Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) kommt aus der humanistischen Psychologie und wurde von Marshall Rosenberg begründet.  Sie bezeichnet zum einen die konkrete Kommunikationstechnik mit vier Schritten und zum anderen eine Haltung, also eine innere Einstellung im Umgang mit uns selbst und anderen. Die Methode der GFK mit ihren vier Kommunikationsschritten   Beobachtung,   Gefühl,   Bedürfnis   und   Bitte   kann uns als Werkzeug im Kontakt mit anderen und mit uns selbst als Orientierung dienen. 

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Dadurch erkennen wir besser was uns wirklich wichtig ist. Wir finden leichter Lösungen, mit denen wir uns dieses Wichtige – unsere Bedürfnisse – erfüllen.

Vorab ist es aber sinnvoll zu erfahren, was die Haltung hinter dieser Kommunikationstechnik ist:

Die gewaltfreie Haltung basiert auf der Theorie, dass alles, was wir tun, die Erfüllung von Bedürfnissen zum Ziel hat. Wir denken also nicht in den Kategorien „richtig“ und „falsch“, sondern schauen darauf, ob sich durch die gewählte Strategie die eigenen Bedürfnisse und die der anderen Person erfüllt werden. Wenn das nicht der Fall ist, können wir nach anderen Strategien suchen, die die anvisierten Bedürfnisse der Handelnden besser erfüllen.

Beispiel:
Max hat ein starkes Bedürfnis danach gesehen zu werden. Er könnte versuchen, sich dieses Bedürfnis zu erfüllen, indem er mit dreckigen Schuhen auf dem Tisch tanzt und laut herumbrüllt. Dadurch können aber die Bedürfnisse von Kim, Helga und Bernd nach Ruhe, Sauberkeit und Harmonie unerfüllt sein. Hier wäre zu überlegen, ob es eine andere Strategie gibt, die Max‘ Bedürfnis danach gesehen zu werden erfüllt und die Bedürfnisse der anderen weniger oder gar nicht berührt. 

Zusätzlich beinhaltet die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation, dass nur wir selbst Verantwortung für unsere Gefühle und Bedürfnisse  haben.
Wenn Max auf dem Tisch tanzt und brüllt, dann könnte z.B. Kim verärgert sein, weil sie ein Bedürfnis nach Ruhe hat. Die Verärgerung hat also ihr unerfülltes Bedürfnis zur Ursache. Max‘ Verhalten ist dagegen nur der Auslöser, das Signal, dass Ihr Bedürfnis nach Ruhe nicht erfüllt ist. Es könnte genauso gut sein, dass Helga nicht verärgert ist, weil sie gerade kein so starkes Bedürfnis nach Ruhe hat. Stattdessen freut sie sich, dass Max für Stimmung sorgt, weil ihr Bedürfnis nach Unterhaltung erfüllt ist.
Ob wir uns von einem Verhalten beeinträchtigt sehen oder uns darüber freuen, liegt also nicht an dem Handeln einer anderen Person, sondern an unseren momentanen Bedürfnissen und   unseren Gedankenmustern.   Marshall Rosenberg war es sehr wichtig, klar zu machen, dass es eben nicht nur um andere Worte geht, sondern um eine   Haltung.

Zu den 4 Schritten der Gewaltfreien Kommunikation findest Du   oben   (im   Menüpunkt "lernen") mehr.  Die Gewaltfreie Kommunikation steht auf mehreren Beinen, auch Empathie (und die Selbstempathie) ist ein wichtiges.